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1894 von Johannes Walther erstellte Regel, die besagt, dass sich primär nur solche Fazies und Faziesbezirke überlagern können, die in der Gegenwart nebeneinander zu beobachten sind. Damit wird ausgesagt, dass durch die allmähliche laterale Verschiebung von Lebens- und Ablagerungsräumen in der Zeit (Fazieswanderung, z.B. im Rahmen von Transgressionen oder Regressionen, an einem gegebenen Ort eine Fazies schliesslich von einer anderen, benachbarten Fazies abgelöst - überlagert - wird. Damit entspricht in einem geologischen Profil das heute sichtbare Übereinander in der Regel dem fossilen Nebeneinander (Abb.). Die Walthersche Faziesregel verbietet so entsprechend des Prinzip des Aktualismus die direkte Überlagerung der Fazies zweier völlig unterschiedlicher Ablagerungsräume, z.B. einer fluviatilen Fazies durch eine offenmarine Fazies. Lässt sich eine solche exotische Konstellation tatsächlich nachweisen, muss sich zwischen beiden Fazieseinheiten eine Schichtlücke und damit eine Zeitlücke befinden.
Walthersche Faziesregel: Überlagerung ursprünglich nebeneinander liegender paralischer Faziesgürtel im kohleführenden Oberkarbon. |
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