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Vegetation der Zone borealen Klimas, welches kalt-kaltgemässigt und relativ niederschlagsarm ist. Die Vegetation ist gekennzeichnet von den langen, z.T. sehr kalten Wintern und kurzen, kühl-warmen Sommern (Abb.). Sie setzt sich aus verschiedenen Nadelholzarten (Nadelwald) zusammen, v.a. Arten der Gattungen Pinus, Picea, Abies, Larix, Thuja und kleinblättrigen Laubholzarten, insbesondere Alnus, Populus, Salix und Sorbus. Die Zahl der Arten ist in Nordamerika und Ostasien gross, im eurosibirischen Raum dagegen, in dem die Zone der borealen Nadelwälder auch Taiga genannt wird, klein. Dies ist zurückzuführen auf ein massives Artensterben in Eurasien während den neozoischen Eiszeiten. Die anschliessende Wiederbesiedelung erfolgte nur in geringem Masse aufgrund des West-Ost verlaufenden Gebirgsgürtels im Süden Eurasiens (Alpen, Kaukasus etc.), welcher eine Riegelwirkung entfaltet. In Nordeuropa bestehen die borealen Nadelwälder fast ausschliesslich aus Picea abies und Pinus silvestris. Die immergrünen Nadelbäume können mit ihren sklerophyllen Nadeln (Sklerophyten) Kälteperioden und Frosttrocknis gut überstehen und bei günstigen Bedingungen rasch Photosynthese betreiben. Eine Anpassung der Bäume an die winterliche Schneebedeckung ist ihre Spitzkronigkeit, wodurch der Schnee schneller abrutschen kann und Schneebruch vermieden wird. Der für die Vegetation lebenswichtige Bodenwasserhaushalt ist durch den Permafrost eingegrenzt. Die im Sommer vernässten Auftauböden führen zur Bildung von Pseudogley-, Gley- oder Moorböden. Wegen des grossen Anfalls von Rohhumus (Nadelstreu) kommen auch oft Podsolböden vor. Feuer als ökologischer Faktor (Feuer) spielt im Ökosystem des borealen Nadelwaldes eine grosse Rolle und tritt wegen der sommerlichen Austrocknung relativ oft auf, ca. 1-3 mal in 100 Jahren. Insbesondere der Nährstoffkreislauf ist auf das Feuer angewiesen, denn dadurch werden die in der Streu und im Rohhumus gebundenen Nährstoffe wieder frei und pflanzenverfügbar. Auch die Sukzession der verschiedenen Pflanzengesellschaften wird massgeblich durch das Feuer beeinflusst. An die boreale Zone schliesst sich nördlich die Waldtundra (Tundra) und südlich die boreo-nemorale Mischwaldzone (nemorale Wälder) an.
boreale Nadelwälder: Verbreitung der borealen Nadelwälder. |
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