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Reinigung von kontaminiertem Boden durch Wärmeeinwirkung. Thermische Verfahren werden eingesetzt zur Entfernung von durch Wärmezufuhr verflüchtbaren und zersetzbaren Schadstoffen. Dies sind in der Regel organische Verbindungen. Für flüchtige anorganische Verbindungen wie Cyanide ist die thermische Reinigung nur bedingt geeignet. Bei Böden mit hohem Feinkorn- und/oder Organikgehalt ist es oft das einzige effektiv arbeitende Verfahren. Eine thermische Bodenreinigung kann Onsite oder Offsite durchgeführt werden. In der Regel werden hierfür Drehrohr- oder Wirbelschichtöfen eingesetzt.
Die thermische Bodenreinigung läuft in mehreren Stufen ab (Abb.). Die typische Vorgehensweise beim Drehrohrofen umfasst: a) Ausheben des kontaminierten Bodens und Transport, b) Brechen und Sieben des Materials, c) nach Eingabe in den kühleren Teil des Drehrohrofens Trocknen des Bodens. Durch stetige Umwälzung wandert das Material durch den Ofen, wobei die Schadstoffe bei 400-600ºC verdampfen und teilweise verbrennen, d) Abkühlen und Befeuchten des Bodens in einem Mischer, e) Abtransport und ggf. Wiedereinbau des Bodens, f) verdampfte Kontaminationen werden einer Nachverbrennung bei 850-1200ºC zugeführt, g) die nachverbrannten Abgase werden neutralisiert, gefiltert und gereinigt.
Vorteile der thermischen Bodenreinigung sind, dass das Verfahren relativ weit entwickelt ist und die Bodeneigenschaften keinen nennenswerten Einfluss auf die Anwendbarkeit des Verfahrens haben. Nachteile sind: Die meisten Schwermetalle und sonstigen anorganischen Schadstoffe weisen einen für die thermische Reinigung zu hohen Siedepunkt auf. Bei chlorierten Kohlenwasserstoffen können bei 400-500ºC und Anwesenheit von weiteren Kohlenwasserstoffen hochgiftige Dioxine und Furane entstehen. Die natürlichen Bodenbestandteile werden bei der Behandlung zerstört, so dass ein biologisch totes Substrat übrig bleibt.
thermische Bodenreinigung: schematische Darstellung der thermischen Sanierung. |
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