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1) Der natürliche Deich ist ein durch morphologische Verhältnisse vorgegebene Erhöhung oder ein durch natürliche Sedimentaufschüttung im Uferbereich von Flüssen entstandener Damm. 2) Der künstliche Deich ist ein geschütteter Damm aus Erdbaustoffen zum Schutz von Landflächen und Siedlungen gegen Hochwasser und Sturmflut. Flussdeiche im Binnenbereich müssen in erster Linie der hydrostatischen Belastung bei höheren Wasserständen standhalten, Seedeiche an der Küste, auf Inseln oder im Mündungsgebiet von Tidegewässern hingegen zusätzlich auch der hydrodynamischen Belastung durch Wellen (Druckschläge). Die Gestaltung der Deiche hängt im wesentlichen von Aufgabe und Funktion, dem zur Verfügung stehenden Baumaterial sowie den örtlichen Bedingungen ab. Der Querschnittsaufbau ist ähnlich wie der von Staudämmen. Ein wasserdurchlässiger Stützkörper aus gerolltem Material (Sand, Kies) wird in geeigneter Weise abgedichtet (Dichtung). Wesentliches Konstruktionsprinzip ist, dass aus Sicherheitgründen die Sickerlinie nicht im Deich austritt, um Ausspülungen an der luftseitigen Böschung zu vermeiden.
Seedeiche haben meist eine 1:6 geneigte Aussenböschung. Durch ausreichend flache Binnenböschungen mit einer Neigung von 1:3 soll bei Überströmung des Deiches rückseitigen Rutschungen und Kappenstürzen vorgebeugt werden. Die Deichkrone ist befahrbar (Breite: >2,5 m). Eine zusätzliche Verstärkung wird durch Bermen erreicht. Wo ausreichend geeigneter Klei zur Verfügung steht, wird bei Seedeichen der Sandkern mit einer Kleieschicht von 1,3-1,5 m Stärke abgedeckt. Andernfalls ist eine massive Abdeckung durch Asphalt, Beton oder Steinpflaster erforderlich. Der Schutz des Deiches erfolgt im oberen Teil durch eine Einsaat von besonders widerstandsfähigen Rasensorten, im Bereich des Deichfusses durch Deckwerke. Einen zusätzlichen Schutz bieten u.a. ein ausreichendes Vorland, (Vorlandgewinnung), Buhnen, Vordeiche und Sommerdeiche. Zur Entwässerung von Böschungsfuss und Berme werden parallel zum Deich an der Binnen- und Aussenseite Deichgräben angelegt, bei Seedeichen erfolgt vielfach eine Entwässerung des Vorlandes durch Grüppen. |
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