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1) Bodenkunde: Vorgang bei dem sich aus in der Bodenlösung vorliegenden Bodenkolloiden mit zunehmender Salzkonzentration und Temperatur grössere Einheiten von aneinanderhaftenden Partikeln bilden (Bodenaggregate, Koagulation). Die Bildung von sekundären Bodenmineralen wie Al- und Fe-Hydroxiden, Carbonaten und Silicaten wird durch Flockung ausgelöst.
2) Hydrologie: Überführung von Kolloiden oder feinstverteilten, nicht absetzbaren Stoffen in eine filtrierbare oder absetzbare Form. Die Flockung dient der Aufbereitung von Trink- und Kühlwasser, wird aber auch zur Reinigung von Abwasser eingesetzt (Wasseraufbereitung). Zur Förderung der Flockenbildung werden Flockungsmittel eingesetzt (z.B. Aluminium- oder Eisen(III)-Salze) sowie Flockungshilfsmitteln zugegeben (z.B. Polyelektrolyte). Faktoren, die den Flockungsprozess beeinflussen sind der Salzgehalt, der pH-Wert, die Art der Kolloide sowie Art und Menge des Flockungsmittels. Beispielsweise wird die Bildung von Flocken durch das Einstellen bestimmter pH-Werte unterstützt oder gar erst ermöglicht. Die Klärung erfolgt schliesslich durch eine Verkettung der Schmutzteilchen mit dem Polyelektrolyten und den dreiwertig positiv geladenen Metall-Ionen. Es entstehen grossvolumige, das Schmutzteilchen umhüllende Hydroxidflocken, welche durch die Polymerketten vernetzt werden und im anschliessenden Reinigungsverfahren (Sedimentation in Absetzbecken, Filtration oder Flotation) entfernt werden. Flockungsanlagen bestehen demnach i.a. aus Mischbecken, Flockungsbecken und nachgeschaltetem Absetzbecken bzw. Filter. Für die Ausbildung der Flocken ist eine ausreichende Reaktionszeit im Misch- und Flockungsbecken entscheidend. Durch Schlammkreislaufführung lässt sich die Flockenbildungsgeschwindigkeit erhöhen. Bei der Schnellflockung werden Misch-, Flockungs- und Klärvorgänge in einem einzigen Reaktor durchgeführt. |
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